Schlüssige Visitenkarten
von yet!unknown: Betonwürfel mit aufgedrucktem QR-Code und von „gelebtes Holz“

von yet!unknown: Betonwürfel mit aufgedrucktem QR-Code und von „gelebtes Holz“
Sehr gut gefallen hat mir auf der Designersfair die Diplomarbeit von Nina Thöming, die sich mit der deutschen Brottradition auseinandersetzt.
„Aus langer Tradition heraus zählt die deutsche Brotkultur um die 300 verschiedene Brotsorten. Diese Brotvielfalt kennzeichnet maßgeblich die deutsche Esskultur. „Alles Ausser Altbacken“ wirft einen Blick auf die kulinarischen Besonderheiten der deutschen Regionen und präsentiert eine Produktfamilie rund ums Brot. Altbewährte traditionelle Produkte, wie keramische Brottöpfe und Brotbackformen werden „entstaubt“ und durch eine zeitgemäße Interpretation zum Leben erweckt. Die keramischen Formen bieten eine Alternative zum Brotbackautomat und machen das Selber-Brotbacken wieder zu einem persönlichen Handwerk. Angelehnt an alte Bäckertraditionen kann man mit einem Brotstempel dem selbstgebackenen Brot eine persönliche Note verleihen.Anekdoten, Geschichten und regionaltypische Rezepte rund ums Brot werden in Text und Illustrationen beschrieben. Ein Herkunftscode kennzeichnet die Produkte und verweist auf die regionalen Wurzeln.“
Absolut großartig ist die Tasche „Dockerbag“ von Pia Pasalk, die unter dem Label „Content & Container“ produziert. Die Tasche aus Rindsleder steckt in einem ausgedienten Mehlsack. Der Prozellanhenkel erinnert an den einer Kaffeekanne.
Sehr amüsant sind auch die Buchstabenregale „Express your Shelf“ von der „Union der guten Dinge“ Man schiebt die Buchstaben seiner Wahl einfach auf die kombinierbaren Module.
Die Gesellschaftsgestalter von büromacht präsentieren bei jack in the box die mmm: Messe der Meister von Morgen
Edit: Dank des Hinweises von Thomas Kümmel, weiss ich nun auch, dass die "Messe der Meister von Morgen" die Umdeutung einer DDR Einrichtung ist. Um so schöner!
(Ehrenfeld, Körnerstraße)
Die Serie Deform spielt mit Körperverformungen. Trotz der massiven Veränderungen, haben die Sitzmöbel durch die feingestrickte Oberfläche und die Farbgebung einen ästhetischen Anspruch. Dieser soll den Widerspruch zwischen Schönheit und Hässlichkeit in Frage stellen und dazu anregen, sich vom Zwang des Körperkults zu lösen *
Ich habe diese adipösen Möbel - vielleicht auch wegen der „Eisdielenfarben“ - gleich in mein Herz geschlossen. www.milenakrais.de* Aus dem Ausstellungskatalog „ International Design Festval Berlin 2011“Marre Moerel gestaltete ein Geschirr, das komplett aus Abgüssen von Tierteilen und -organen besteht. Z. B. Kuhherzen, Schafshirn, Eingeweide, Bullenhoden, etc.
Der Begriff „Leberterrine“ erhält so eine ganz neue Bedeutung ...Meiner Meinung nach ist das ein extrem konsequentes Projekt. Warum nicht ein Steak von einem Leberteller essen? Warum nicht in einer Darmkaraffe oder Magenschale servieren, warum das Essen nicht mit einem Drüsen-Salzstreuer würzen? Ich sehe hier im Übrigen auch eine interessante Parallele zu dem „Pagen“ Projekt und den „Jejunum teapots" von Maria Volokhova.Moerel gibt den Tieren einerseits Unsterblichkeit und sie konfrontiert uns Fleischfresser auf klare und unerbittliche Art mit unserem Tun, bzw. nicht Tun. Denn wer von uns wäre bereit ein Tier zu töten um es zu essen, wieviele essen gerne mal eine Hühnerbrust, finden einen kompletten Fisch oder ein Spanferkel aber „iiih“.
Andererseits erinnert sie uns an ganz ursprüngliche Verwendungsformen. Z. B. die Bota oder den Weinschlauch.
Auch andere Teile des Tieres finden selbstverständliche Verwendung in Alltagsgegenständen, Leder, Elfenbein (ok, das ist politisch nicht mehr korrekt), Fell, Pelz, Wolle, Horn, etc. Dass eine Wurst(masse) im Darm verpackt wird ist, uns und auch nicht immer wirklich bewusst.
Die Lampen aus zum Teil zusammengesetzten Paarhuferfüßen, die wie invertierte Schinken von der Decke hängen, sind ein amüsantes Add-on.
Gesehen auf dem dmy11
Zum ersten Mal aufgefallen sind mir die Arbeiten von Maria Volokhova auf den Passagen 2011 in Form ihrer „Darm-Teekannen“. Inzwischen weiss ich, dass es davon eine ganze Serie gibt und dass die Biester „Jejunum teapot“ heissen.
Ebenso die „Dolci Lacrime“ / Herzkannen und "Source", eine Vase mit seperater Ausgieß- bzw. Einfüllöffnung.
Sehr amüsant finde ich die Gießkannen von Antonio Aricò, die sich als Tee- und Kaffekannen verkleiden.
Aricò montiert alte Tee- und Kaffeekannen mit den Ausgießern (Das heißt in der Fachsprache bestimmt anders) von Gießkannen und erstellt daraus neue Gußformen.
„Wieso solle eine Gießkanne nicht die Form einer Teekanne annehmen können? Schließlich ist das Einschenken von Tee für Freunde bis zu einem gewissen Grad vergleichbar mit dem sorgsamen gießen von Pflanzen“ *
Erhältlich hier http://www.garagedesign.it
* aus dem Katalog „International Design Festival Berlin 2011“