Dicke Möbel - von Milena Krais

Die Serie Deform spielt mit Körperverformungen. Trotz der massiven Veränderungen, haben die Sitzmöbel durch die feingestrickte Oberfläche und die Farbgebung einen ästhetischen Anspruch. Dieser soll den Widerspruch  zwischen Schönheit und Hässlichkeit in Frage stellen und dazu anregen, sich vom Zwang des Körperkults zu lösen *

Ich habe diese adipösen Möbel - vielleicht auch wegen der „Eisdielenfarben“ - gleich in mein Herz geschlossen.

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www.milenakrais.de

* Aus dem Ausstellungskatalog „ International Design Festval Berlin 2011“

Marre Moerel - Food on the table

Marre Moerel gestaltete ein Geschirr, das komplett aus Abgüssen von Tierteilen und -organen besteht. Z. B. Kuhherzen, Schafshirn, Eingeweide, Bullenhoden, etc.

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Der Begriff „Leberterrine“ erhält so eine ganz neue Bedeutung ...

Meiner Meinung nach ist das ein extrem konsequentes Projekt. Warum nicht ein Steak von einem Leberteller essen? Warum nicht in einer Darmkaraffe oder Magenschale servieren, warum das Essen nicht mit einem Drüsen-Salzstreuer würzen? Ich sehe hier im Übrigen auch eine interessante Parallele zu dem „Pagen“ Projekt und den „Jejunum teapots" von Maria Volokhova.

Moerel gibt den Tieren einerseits Unsterblichkeit und sie konfrontiert uns Fleischfresser auf klare und unerbittliche Art mit unserem Tun, bzw. nicht Tun. Denn wer von uns wäre bereit ein Tier zu töten um es zu essen, wieviele essen gerne mal eine Hühnerbrust, finden einen kompletten Fisch oder ein Spanferkel aber „iiih“.
Andererseits erinnert sie uns an ganz ursprüngliche Verwendungsformen. Z. B. die Bota oder den Weinschlauch.  
Auch andere Teile des Tieres finden selbstverständliche Verwendung in Alltagsgegenständen, Leder, Elfenbein (ok, das ist politisch nicht mehr korrekt), Fell, Pelz, Wolle, Horn, etc. Dass eine Wurst(masse) im Darm verpackt wird ist, uns und auch nicht immer wirklich bewusst.

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Die Lampen aus zum Teil zusammengesetzten Paarhuferfüßen, die wie invertierte Schinken von der Decke hängen, sind  ein amüsantes Add-on.

 

Gesehen auf dem dmy11

 

Maria Volokhova

Zum ersten Mal aufgefallen sind mir die Arbeiten von Maria Volokhova auf den Passagen 2011 in Form ihrer „Darm-Teekannen“. Inzwischen weiss ich, dass es davon eine ganze Serie gibt und dass die Biester „Jejunum teapot“ heissen.


Volokhovas Antrieb sind die „Inneren Welten“ des Menschen. Sie „arbeitet mit der psychoanalytischen Betrachtung von inneren Körperorganen“ - was immer das bedeutet - es gefällt mir. Sie transportiert die Handlung des Essen, die Nahrungsaufnahme mit ihrem Ritualen in die Gegenstände, die Teil der Handlung sind. Sehr großartig ist hier die Arbeit „Pagen


Ich habe mich sehr gefreut, ihre Arbeiten auf dem Design Festival Berlin zu finden. Dort präsentiere Sie Schafsköpfe, die zugleich Kunstobjekt und funktionales Gefäß sind. Die Augen könne aus dem Schädel genommen werden und funktionieren als Salz- und Pfefferstreuer. 

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Ebenso die „Dolci Lacrime“ / Herzkannen und "Source", eine Vase mit seperater Ausgieß- bzw. Einfüllöffnung.

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Sehr gut gefällt mir auch der Einsatz von Dekors, insbesondere bei der Christmas Collection. Es sind zum Teil alte, klassische und moderne Dekors, die partiell und überlappend aufgebracht werden.

Kaffe- /Teegießkannen von Antonio Aricò

Sehr amüsant finde ich die Gießkannen von Antonio Aricò, die sich als Tee- und Kaffekannen verkleiden.

Aricò montiert alte Tee- und Kaffeekannen mit den Ausgießern (Das heißt in der Fachsprache bestimmt anders) von Gießkannen und erstellt daraus neue Gußformen.

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„Wieso solle eine Gießkanne nicht die Form einer Teekanne annehmen können? Schließlich ist das Einschenken von Tee für Freunde bis zu einem gewissen Grad vergleichbar mit dem sorgsamen gießen von Pflanzen“ *

Erhältlich hier http://www.garagedesign.it
* aus dem Katalog „International Design Festival Berlin 2011

Auch eine Art von Recycling: Teelichteier von KaCaMa

Zweitverwertung von Eierschalen. Leer gegessenes Ei mit Kerzenwachs und Docht befüllen, fertig ist das Recycling-Teelicht - schwimmt sogar in Wasser.

Kerzeneier
KaCaMa ist eine Gruppe junger Designer aus Hongkong, die sich darauf spezialisiert hat Produkte aus Verpackungs- und Abfallmaterial herzustellen, z. B. Beispiel einen Tisch aus Plastik Kleiderbügeln.

Hangar
http://www.kacama.hk/work/hanger.html


Ebenfalls aus (Draht-) Kleiderbügeln besteht die Lampe MI von Miriam Zink.

Light_mi_2_1
Erhältlich hier 


Gesehen auf dem Design Festival Berlin 2011

Wasser- und Weinkaraffe Tria von Ricardo Páramo Peláez

Schlicht, formschön, gut handhabbar. Die zwei Öffnungen ermöglichen ein leichtes Einfüllen und Einschenken. Die Karaffe ist auch waagerecht befüllbar. Durch die teilweise handwerkliche und industrielle Herstellung ist jedes Stück ein Unikat und bekommt einen besonderen Reiz durch unterschiedliche Wandstärken.

Ricardopelaez

Ricardo Páramo Peláez sucht übrigens noch einen Produzenten!

Gesehen auf dem Designfestival Berlin 2011.